Das bin ich. Mila.

Zwei Berufe, eine Sache

Eigentlich heiße ich Jamila. Aber nachdem dieser Name über die Jahre als Jamilia, Dschamila und Jamilla ausgesprochen wurde (die kreativeren Varianten lasse ich hier weg), habe ich aufgehört zu korrigieren: Mila geht immer.

Hauptberuflich stehe ich vor einer Klasse und unterrichte Deutsch und praktische Philosophie. Das klingt erst mal weit weg von Hochzeiten, ist es aber nicht: In beiden Fällen geht es darum, jemandem zuzuhören, das Wesentliche zu finden und es so zu sagen, dass es ankommt. Aus dem Lehrerinnenberuf bringe ich mit, dass ich vor Gruppen rede, ohne nervös zu werden, und einen Ablauf zusammenhalte, auch wenn drei Dinge gleichzeitig schiefgehen. Was ich nicht mitbringe: Distanz. Ich weine bei Hochzeiten – nicht immer, aber öfter, als es einer Rednerin vielleicht ansteht. Ich habe irgendwann aufgehört, mich dafür zu entschuldigen.

Und warum Ostwestfalen-Lippe? Ich habe in Paderborn studiert und fast zehn Jahre hier gelebt. Mein Hauptwohnsitz liegt heute im Schwarzwald, aber Familie und Job bringen mich regelmäßig zurück nach OWL – die Verbindung zur Region ist nie abgerissen. Wenn ich zu eurer Trauung komme, komme ich nicht als Fremde.

Es gab Momente in meinem Leben, in denen sehr klar wurde, wie wenig selbstverständlich alles ist. Sie haben mein Verhältnis zu Feiern verändert – nicht ins Melancholische, eher andersherum:

Ich schreibe keine Reden über die Liebe. Ich schreibe Reden über zwei bestimmte Menschen.

Wenn zwei Menschen vor allen, die ihnen wichtig sind, sagen: dich will ich – dann hat dieser Satz Gewicht. Ich lasse ihn nicht in einer Rede untergehen, die klingt wie aus dem Internet.

Ich bin eure Traurednerin für Ostwestfalen-Lippe –  Paderborn, Bielefeld, Gütersloh, Detmold, Lemgo